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aus: Handbuch für die Reise durch Afrika

Ariane Müller

Es gibt nur wenige Strassen, die man fahren kann und nur eine Strasse, die funktioniert und halbwegs beleuchtet ist, das ist die Strasse zum Flughafen und als ich auf der reinfuhr, zu einer anderen Zeit, knapp nach der Wahl, antwortete mir der Fahrer, auf meine Frage, was denn jetzt so passiert sei, jetzt, da das Volk gewonnen hätte, indem er eben auf diese Strasse zeigte. Wie schlau die neue Regierung sei. Denn die Strasse sei ja schon lange bezahlt gewesen und dennoch hätte sich über Jahre nichts getan und niemand hätte sich darum gekümmert. Aber jetzt hätte die neue Regierung die Verträge nochmals angesehen und festgestellt, dass die Strasse ja noch gar nicht fertig war, obwohl's im Vertrag doch vorgesehen und auch schon bezahlt war. Und dann hätte man denen, wer das wohl wieder gewesen ist, Vivendi, STRABAG, einer dieser europäischen Konzerne, irgend welches Entwicklungsgeld, keine Ahnung, gesagt, so ginge es aber auch nicht und die soll mal fertig werden, die bezahlte Strasse. Und jetzt wie ich sehen könnte, welche Pracht. Licht bei Nacht! Und ein Mittelstreifen. Also, wie ich daran wohl selbst erkennen könnte, die sei schon sehr gut, die neue Regierung. Und nebenbei ihr Minister für Infrastruktur, ein Luo, wie auch er.

Na gut, drei Jahre später fahre ich die Strasse wieder und es hat sich da nicht wirklich was weiterentwickelt. Und ausser dass jetzt die Flughafenstrasse in ihrem Mittelstreifen ziemlich bewohnt ist, vor allem von Hirten aus Upcountry und ihren Kühen, die sie in die Hauptstadt getrieben haben, weil sie sonst da oben im Norden verhungern, da es seit ungefähr sechs Jahren nicht mehr genug geregnet hat, und weil im Uhuru Park gar nicht soviel Platz für all die Kühe ist und sie sie auch auf dem Mittelstreifen der Flughafenstrasse parken, sieht die Strasse aus wie ehedem. Die Kühe sind ein Protest, eine Demonstration. Diese Demonstration ist aber nicht so einfach zu lesen für den Reisenden, der die Flughafenstrasse in die Stadt fährt, denn es gibt am Weg hinein überall Kühe am Horizont und Hirten, aber die Kühe im Uhuru Park mit dem großen Monument für Jomo Kenyatta und Kenias Unabhängigkeit und die Kühe auf dem Mittelstreifen der Flughafenstrasse stehen dort als Hinweis, dass man nicht gewillt sein wird, da oben im Norden, einfach zu verhungern und zu sterben.

Auf der anderen Strasse, die ich in der Früh zu meinem Arbeitsplatz benütze, der Strasse zum UN-Zentrum nach Gigiri, eine der Strassen, die wohl weder bestellt noch bezahlt sind, sondern dafür voll mit Löchern, ohne Mittelstreifen und sicherlich ohne Licht bei Nacht, ist an der rechten Seite eines besonders bösartigen Lochs ein Schild aufgestellt, beschrieben per Hand, auf dem steht im ungefähren "Jugend von Kenia für eine bessere Infrastruktur" und daneben stehen zwei und es gibt zwei Schaufeln und einen Sack Sand, den haben sie mitgebracht, die Jugendlichen von Kenia für eine bessere Infrastruktur. Das ist ihre Businessidee. Es geht darum, dass die Autofahrer Geld zahlen, weil sie ja nicht jeden Tag weiter durch das Loch fahren wollen. Zahlen sie Geld, füllt einer der zwei eine Schaufel mit Sand in das Loch. Sie haben sich dieses knietiefe Loch ausgesucht und füllen es langsam mit Sand, jedes mal eine Schaufel, wenn jemand zahlt. Das Loch bringt Geld. Das Loch ist ein Arbeitsplatz. Es veranschaulicht das Problem, benennt die Lösung, weist auf die Nebenwidersprüche hin, deren einer darin besteht, dass Jugendliche in Kenia nirgends und nie Arbeit finden, offeriert die Lösung und zeigt den Preis. Und so halten sie dann vielleicht doch wieder ein paar Tage, die Strassen.

Klack macht die Zentralverriegelung des Taxis, weil wir wieder eine Zeit stehen und ein weiteres Stück kriechen und ich nicht ausgeraubt werden soll. Ich muss ja das Taxi noch zahlen. Ich Msungu, ich Weiße. Dieses Suaheli Wort, das man als erstes lernt. Es sagt ja eigentlich: die, die ziellos herumirren. Man kann darin erkennen, dass es ein altes Wort ist, denn heute irren die wenigsten Weißen ziellos herum, sondern sitzen in ihren Hotels und Lodges und fahren mit Autos oder Jeeps und sind beschäftigt, Infrastrukturdeals zu machen und Verträge zu schließen, aber bei der Entdeckung der Nilquelle, die sie just zwischen all jenen entdeckt haben, von denen sie dann Msungus genannt wurden, irrten sie noch recht ausführlich herum. Seit Neuestem gibt es für mich ein weiteres Wort, weil es nun auch in Kenia eine Unterscheidung zwischen reichen und armen Weissen gibt und ich gehöre jetzt zu denen, aber ich weiss das Wort nicht, nur dass es heisst, dass man aus einem Land kommt, in dem die Strassen asphaltiert sind. Es ist ein neues Wort in Sheng, dieser eigenartigen, zumeist geschrienen Sprache zwischen englisch und Suaheli, eine Strassensprache, die ich vor allem von politischen Versammlungen kenne.

Auf dieser Strasse gibt es einen schmalen Pfad zwischen der Fahrbahn und dem elektrisch geladenem Zaun, der sie auf beiden Seiten einschließt. Ich denke, es ist ein elektrisch geladener Zaun, es ist das internationale Schild für Elektrizität, das an ihm angebracht ist, ein kleiner Bitz auf Gelb. Ich befürchte also, vom Taxi aus, es ist wirklich ein elektrischer Zaun, mit dem die größeren Häuser eingezäunt werden. Und auf diesem Weg neben der Strasse gehen die Kinder in die Schule, in ihren Uniformen. Ein schmaler Weg zwischen der überforderten Strasse, die sich die Autos, Matatus, Fahrräder, Handwägen, Pferdewägen, undefinierten motorisierten Vehikel, Lastwägen und Traktoren teilen und diesen elektrischen Zäunen. Da gehen auch junge Frauen in ihren Kostümen, denen man ablesen kann, dass sie einen Büroarbeitsplatz haben und in ihren Schuhen, die viel teurer waren, als sie das in Europa wären, und sie viel teurer kommen, als sie das hier jemandem mit Büroarbeitsplatz kommen würden, aber hier auf diesen Wegen sofort kaputtgehen. Die Schuhe sind zu teuer, weil es in ganz Kenia keine einzige Schuhfabrik gibt, obwohl mein Freund Francis glaubt, Bata wäre eine afrikanische Schuhmarke, weil sie mit: The Real Shoe for Africa werben. Sie sind natürlich nicht afrikanisch, ich denke, sie sind englische Schuhe, oder sie sind aus Holland und hergestellt werden sie vielleicht in China, aber sie werden in den Schaufenstern an den Strassen der Stadt mit: The Real Shoe for Africa beworben und so glauben sie in Afrika, sie sind afrikanisch. Ein Irrtum. Aber sie glauben auch den Gaunern aus der Ukraine, die behaupten, sie würden eine Chipfabrik aufbauen wollen und sich dafür einen Monat in den besten Hotels und mit den schönsten Frauen Kenias auf Staatskosten niederlassen und dann einfach verschwinden, und den deutschen Abenteurern, die behaupten, sie wären Ärzte und würden eine Kinderklinik aufmachen und sich dafür erst mal ein Haus bauen lassen. Und sie lesen diese Geschichten, von ihrem märchenhaften Anfang, der Wohlstand und Arbeit verspricht, bis zu ihrem bitteren Ende, in dem ihre Regierung die gierigen und ahnungslosen Gelackmeierten darstellt. Ich lese jetzt auch eine dieser Geschichten, die Spott zum Hohn auf Kenia ausgiesst in meiner Ausgabe des Eastafrican. Neben der Story ist eine große Anzeige, auf der steht, Bata, The Real Shoe for Africa.

Es gibt keine Schuhe in Kenia aber viele Schuhliebhaber und wenn ich mit Francis in die Stadt gehe zu den Schaufenstern der Geschäfte im Zentrum, haucht er nahezu den Satz: These are italian shoes. Aber China will safe the world, sagt Vincent. Vielleicht, ich hoffe es. Dass es wichtiger ist, man hat drei Wochen das Gefühl, man hättet neue Schuhe, als die anzuhaben, die man jetzt noch vor allem auf der Strasse sieht, sagt er und ich denke, die man von so einem Humana Menschen aus Europa gespendet gekriegt hat und die man in Nairobi um teures Geld wiederum kaufen muß. Der eine hat seinen alten Trash gewissenskompatibel in die Humana Säulen geworfen, und vielleicht die aussortierten Sachen um die Ecke wieder bei Humana gekauft. Ja, denkt er sich, wo kommt mein Müll hin? In ein äthiopisches Waisenhaus, denkt er weiter, in eine somalische Flüchtlingssammelstelle und da hat man doch noch was Gutes getan, hat jemandem noch was gegeben, dem ist dann zumindest warm. In Wirklichkeit kommt er aber hier an die Ecke, hier auf die Strasse, da stehen die ganzen Stände und die Altkleiderverkäufer, und Francis könnte sich vorstellen, auch so ein Business aufzumachen. Man kauft ein ganzes Bündel, geschnürt vom Zwischenhändler, der das im Humana Lager gepackt und bezahlt hat. Da sind die besseren Sachen natürlich an der Aussenseite des Bündels und weiter drinnen wird's immer trashiger, aber von den Sachen aussen, kann man sich die Sachen innen vorstellen und jeder weiss das und dann kann man sich wo hinstellen und anfangen, Schuhe zu verkaufen, aber fünfzig Prozent jedenfalls gehen an die Steuer.

Die Schuhe gehen kaputt in dieser roten Erde, aus der die unglaublichsten Blumen wachsen und die sich an alles klebt. Es gibt ja keine Gehsteige, stattdessen regnet es und wenn es regnet, dann zeigt sich warum die Jugend von Kenia für eine bessere Infrastruktur ihr Geld wert ist, denn dann gibt es keine knietiefen Löcher mehr, sondern riesige Pfützen, die man nicht umgehen kann, da ja auf der Seite der elektrische Zaun auch bei Regen nicht abgeschaltet wird. Es regnet immer zwischen fünf und sechs, das ist so in der Nähe des Äquators. Es regnet, wenn die Büros und Schulen schliessen, die ihren Stolz daran setzen, das aus der Kolonialzeit kommenden Zeitregime durchzuhalten, um nach aussen, weltoffen und international zu wirken: auch wir arbeiten hier nine to five. Es regnet, wenn alle nach Hause gehen und sie versuchen dann, diese Pfützen auf den Kofferräumen und Motorhauben der die Löcher durchpflügenden Autos zu überqueren. Aus den Autos werden Fähren. Zur Auswahl stehen Busse auf deren Stoßstange man steigen kann und Autos, auf die man klettern kann, aber keiner will jemanden mitnehmen und die Autofahrer und die Mitfahrer im Auto versuchen, die nicht zahlenden Mitfahrer vom Auto herunterzubringen, aber meistens nur mit Schreien, manchmal, indem sie sich aus dem Autofenster hinaus beugen und an den Kleidern der Leute auf ihrem Kofferraum oder ihrer Motorhaube zerren oder indem sie fuchtelnd versuchen, jemanden zu stoßen, der hinten auf dem Kofferraum sitzt. Aber ist man mal drinnen im Auto, steigt man eigentlich nicht mitten in der großen Lacke aus, um das richtig effizient zu erledigen, um die Leute wirklich vom Auto zu entfernen, und so schaffen es immer wieder welche, auf einem Auto hinüber zu kommen. Ist man aber vom Auto gefallen oder gestoßen worden oder musste ohnedies durch so ein Loch waten, kann man die Schuhe wirklich schmeißen und die Kleider auch gleich. Denn sehr wahrscheinlich kommt gerade dann ein großer Geländewagen von einem Safari Veranstalter und pflügt, allradgetrieben und mit hoher Achse, durch das Wasser und dann ist es eh aus, mit wie auch immer man gedacht hat, dass man in der Früh noch ausgesehen hat.

Eine der vier Strassen, und leider die für mich wichtige Strasse ist heute jedoch gesperrt und obwohl wir noch ein kleines Stück durch die Hinterhöfe verschiedener Wohnhäuser in meine Richtung fahren können, ist dieser Schleichweg irgendwann zu Ende, geradeaus wäre nur noch der steile Abhang, den es seit gestern gibt, über den während der täglichen Sintflut drei Häuser hinuntergerutscht sind und so biegen wir, Taxifahrer und ich, zurück zur Strasse, stellen uns vor die Strasse, um zu warten. Heute nämlich besucht der Präsident von Kenia die Uno, den UN-Sitz in seiner Hauptstadt, und deshalb ist seit drei Stunden die Strasse gesperrt und obwohl ich es mir extra gespart habe, dort seine Rede zu hören, weil ich ja wusste, dass das geheißen hätte, früh loszufahren, um dort zwei Stunden auf ihn zu warten, also rechtzeitig loszufahren, um die vormittägliche Strassensperre zu Ehren seines Ausflugs zu umgehen, hatte er es anscheinend nicht eilig gehabt, rechtzeitig zu seiner Eröffnungsrede zu kommen und so warten wir jetzt hier, Taxifahrer und ich, vor der Strasse und ungefähr zweitausend Delegierte im UN-Gebäude gleichzeitig. Das Radio spielt keine Quizshow mehr, sondern unterhält uns mit den Details der Strassensperre, der zu erwartenden Präsidentenrede und der angekündigten Liveschaltung. Das Autofenster ist heruntergekurbelt, der Taxifahrer ist, wie alle Leute in Nairobi, weitaus besser im Warten als ich und langsam über die Minuten breitet sich diese eigenartige afrikanische Zeit im Wagen aus. Der Stillstand. Es ist sonnig, man hört absolut nichts, es wird nichts geschehen, wir warten, wir sind nur halb da, nur halb bei Bewusstsein. Es ist heiß, aber, da es noch nicht Mittag ist, ist es noch nicht unerträglich in dieser Blechdose. Der Fahrer rührt sich gar nicht mehr. Ich rauche. Es kann Stunden dauern. Wir können nichts machen.

Dann geht es schnell und ein Autokonvoi schwarzer Mercedesse donnert an uns vorbei und zu meiner Überraschung in Richtung Stadt. Das heisst, der Präsident hat es rechtzeitig zu seiner Rede geschafft und ist bereits auf dem Weg nach Hause. Er hat bloß sein Volk via Radio über seinen Verbleib im unklaren gelassen, vielleicht hat die Liveschaltung nicht funktioniert und aus Scham darüber entstand die Behauptung, sie könnte noch nicht stattfinden, weil er noch nicht da sei oder vielleicht auch ist das das Bild, das vom Präsidenten vermittelt werden soll, dass immer noch zweitausend Delegierte gespannt auf seine Worte warten.

In der Früh im Norfolk, dem besten Hotel am Platz, gegründet 1911, mit all den Fotos einer großen Vergangenheit in den Korridoren, Fotos von Menschen, die Namen wie Lord Delamere tragen, an denen ich mit Francis vorbeigehe und sage: This was, when we discovered you, sitzen wir alle zusammen beim Frühstück; der Manager von VATech, obwohl dieses Jahr gibt's VATech gar nicht mehr, aufgekauft, aber der Vertrag, die Überlandleitung nach Uganda zu bauen, wird wohl miteingekauft worden sein und so auch er, und der Herr aus Südafrika, der hier Business treibt und der französische Arzt von Médécins sans frontières, der sich wegsetzt, wenn die Prostituierten kommen.

In der Früh sitzen wir allerdings in unseren Korbmöbeln jeder allein vor dem Frühstücksgedeck: "How do you like your egg?" und kennen einander weit schlechter als am Abend zuvor. Wir sehen die Touristen, die morgen wieder weg sein werden, mit dem Flugzeug nach Massai Mara, mit dem Bus nach einem der Big Five Parks, Game-Safari, oder nach Süden. Wir sehen sie rotgebrannt zurückkommen. Wir sehen sie mit ihren Reisenveranstaltern. Wir sehen die, die von ihren Gruppen schon genug haben, die jedem ihrer Reisebegleiter versichern, dass sie heute lieber nicht mitkommen. Nein, sie sind nicht krank, sie sind ein bisschen müde, nein, alles ist ok, man trifft sich ja am Abend, und nach einer Viertelstunde haben sie alle abgewimmelt und bleiben in ihrem Korbsessel sitzen und lesen Jenseits von Afrika. ”Meine Kikuyu”.

Wir sehen die lustigen Gruppen, die schon bald Bier trinken und mit den Kellnern scherzen und die schlechtgelaunten, die sich nichts mehr zu sagen haben. Wir sehen die noch vom Koffer zerknitterten, praktischen, südlichen Kleider, die zu schweren Sandalen, die in Europa für die Safari gekauft wurden und die noch auf ihren Einsatz warten und hier in einem der Leading Hotels of the World unpassend wären, wäre es nicht auch gleichzeitig der erster Schritt ins wilde Afrika, der hier mit diesen Schuhen getätigt wird, und wir sehen die Tücher aus den Dritte Welt Läden der ersten Welt. Wir sehen die Ehepaare, die Familien und die neuen Liebespaare. Wir sehen die Männer mit ihren einheimischen Freundinnen und die Männer mit den Mädchen der Nacht davor. Die Männer sitzen in Jeans und T-Shirts vor ihrem Frühstück und die Mädchen tragen noch den Discofummel aus der Altkleidersammlung und das übriggebliebene Makeup, und ein Leintuch um die Schultern als Schal und Umhang und Abgrenzung gegen die wissenden Blicke der Kellner. Die Mädchen trinken immer Milch, weil das so teuer ist in Kenia und essen mit spitzen Fingern, weil es hier fein ist, weil es nicht nach Hunger oder nach Arbeit aussieht. Sie sehen die Kellner nicht an und die Männer reden nichts und sehen quer durch den Garten auf den Eingang zu ihrem Pavillon. No egg thank you, just coffee. Und ich bleibe zehn Minuten länger sitzen, so dass ich nicht mehr rechtzeitig ankommen werde, weil ich weiss, wie der Tag sein wird, und dass ich mich nach der EU-Koordination noch genauso dazu schummeln kann und dann ziehe ich das Sakko an und hänge mein Delegiertenschild ein und mache den Kritzel auf die Hotelzimmerrechnung und gehe durch die offengehaltene Schwingtür, suche unter den wartenden Taxifahrern nach einem bekannten Gesicht, einem der vielen, dem ich bisher versprochen habe, ich würde ab jetzt immer um halb acht mit ihm fahren und dann steige ich doch in irgend ein anderes Taxi: To Gigiri, how much? und klack macht die Zentralverriegelung und das Radio fragt: Wieviele Platten hat Mick Jagger in seiner Plattensammlung? Wenn sie es wissen, können Sie sich gleich eine Flasche Bombay Sapphire Gin in unserer Station abholen. Na, das ist doch was, so eine ganze Flasche Bombay Sapphire. Sie hören Capital FM.
Starship Nummer 11, Seiten 26ff


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